Aussaat: Sorgfalt zahlt sich aus!

Impfung

Vor der Aussaat stellt sich die Frage der Impfung. Infos dazu habe ich bereits beim Impfmittel-Verkauf gegeben, neben einem Verweis auf den detaillierten Impf-Text beim Sojaförderring. Die Aufbringung des Impfmittels ist bei Edamame-Saatgut gleich wie bei Druschsoja oder sonstigen Hülsenfrüchten.

Wie die Saat, so die Ernte

Das gilt ganz besonders bei der wärmeliebenden Edamame. Gesundes Saatgut, bei T-Shirt Wetter rund 4 cm flach in gut erwärmten, leicht feuchten Boden gesät und gleichmäßig angedrückt - da steht der Ernte höchstens noch Dürre oder Hagelschlag im Wege ;)

Bei verzögertem Aufgang haben Bohnenfliege, Vögel und Bodenpilze leichtes Spiel; es verstreichen wertvolle Tage bis zum ersten Durchgang mit der Hacke. Unter optimalen Bedingungen halten sich Schäden hingegen meistens in Grenzen.

Saattechnik

Je besser der Acker vorbereitet ist, desto geringer die Anforderungen an die Sähmaschine. Eine gründliche Saatbeetbereitung ist zudem die Basis für die Beikrautkontrolle.

Es ist jede Einzelkorn-Sähmaschine geeignet, die

  • gut rückverdichtet
  • zuverlässig mit den großen Körnern zurechtkommt (unbedingt VOR Saatbeginn passende Sähscheiben besorgen und ausprobieren!)
  • gleichmäßig tief ablegt. Hier hilft neben ausreichend Schardruck im Zweifel sehr langsames Fahren

Doch Technik macht keinen guten Ackerbau; entscheidend sind die Sorgfalt, und vor allem wie immer der richtige Zeitpunkt.

Wann säen?

Zur Streckung des Erntefensters beginnen manche Direktvermarkter an warmen Standorten bereits Ende März unter Folie mit der Aussaat. Mit einfacher bzw. doppelter Vliesabdeckung lässt sich auch eine erhebliche Dehnung des Erntefensters bei einfachem Aussaattermin erreichen. Standardmäßig wird zwischen Ende April und Anfang Juni gesät, wenn der Boden erstmals richtig warm ist (Richtwert 12°C in 4-8 cm Tiefe). Wichtig ist vor allem, dass es warm bleibt, mindestens bis die Keimung nach 5-6 Tagen richtig begonnen hat. Sind die ersten Laubblätter etabliert, so werden sogar Spätfröste erstaunlich gut weggesteckt. Edamame hat ein wunderbares Potential zum Wiederaustrieb aus den Blattachseln. Dadurch hat die Kultur auch schon manchen Hagelschlag überstanden.

Durch die frühe Ernte der unreifen Hülsen gelingen auch sehr späte Sätze. In warmen Lagen werden unsere Sorten bis in den Juli hinein erfolgreich gesät, die Ernte erstreckt sich dann mitunter bis in den Oktober hinein.

Flach, aber nicht trocken!

Edamame ist keine Ackerbohne. Die Aussaat erfolgt so flach wie möglich, damit der Keimling es auch bei Verschlämmungen oder Kälteeinbrüchen rasch nach oben schafft - und so tief wie nötig, dass die großen Körner ausreichend Keimwasser haben. Das heißt jedes Korn muss Kontakt mit dem feuchten Boden haben. Bei gleichmäßiger Ablagetiefe und Rückverdichtung kann trotz relativ flacher Saat nach ca. 4 Tagen blind gestriegelt werden. Aber Vorsicht: Nicht zu spät striegeln, die epigäischen Keimlinge sind sehr empfindlich, bis sie das erste Grün angesetzt haben!

Wenige Pflanzen gut verteilt

Ein wesentlicher Unterschied zu Druschsoja besteht in der niedrigeren Saatstärke. Wir säen 20 Korn je m². Weiter südlich, wo die Pflanzen noch stärker verzweigen, werden teilweise nur 15 Pflanzen/m² angestrebt. Edamame hat ein enormes Verzweigungspotential, und starke Einzelpflanzen bilden reichlich Hülsen aus. Allein die hohen Saatgutkosten legen eine möglichst niedrige Saatstärke nahe. Der Nachteil liegt vor allem im höheren Beikrautdruck.

Die Reihenweite ist je nach verfügbarer Hacktechnik variabel.

Standard dürften 50 cm sein. Wir bauen aktuell auf 75 cm Reihen an - und haben es dadurch etwas leichter mit dem Unkraut. Bei guten Bedingungen schließen unsere Sorten die weiten Reihen ohne Probleme.

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